Der Kopf hängt am Himmel. Mit Gedankenkraft zum optimalen Tai Chi Stand.

 

Innere Kraft durch Innere Bilder als Tai Chi Übung. Energie sammeln durch Stehen. Während der Körper steht, wandern die Gedanken. Der Körper trainiert dabei unbemerkt, wie von selbst, nur durch die Vorstellungskraft des Geistes.

Der Kopf hängt am Himmel

Eine der inneren Vorstellungen beim Tai Chi Üben ist der Gedanke, dass der Körper von oben durch einen Faden gehalten wird, der am Kopf befestigt ist; und am Steißbein hängt ein Gewicht, das nach unten zieht.
Durch diese Vorstellung wird die Wirbelsäule innerlich aufgerichtet und auseinandergezogen. Auch ist der Körper entspannter, da er ja aufgehängt ist wie eine Marionette.
Wenn mit einer solchen Vorstellung regelmäßig geübt wird, dann entfaltet langsam aber sicher ihre Wirkung.

Vorstellungsbilder für den Tai Chi Stand

 

Das Bild zeigt eine innere Vorstellung beim Tai Chi Stand und auch in den Tai Chi Bewegungen. Der Kopf ist am Himmel aufgehängt und am Steißbein zieht ein Gewicht.

Unter folgender Bedingung kann das Bild im Internet verwendet werden. Mit dem Bild muss auch der Satz veröffentlicht werden: „Bildveröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Seite: Der Kopf hängt am Himmel.“
Der Satz „Der Kopf hängt am Himmel“ muss verlinkt sein, so dass ein Klick auf diesen Link auf diese Seite führt.

Es gibt verschiedene Stand-Postionen für Qigong, Tai Chi und Innere Kampfkünste. So sollen verschiedene Wirkungen für die Gesundheit erzielt werden bzw. bestimmte Körperstrukturen geschaffen werden.
Die unten aufgeführten Inneren Bilder sind darum auch davon abhängig, welche Körperpositon eingenommen wird. Zum Beispiel gibt es auch die Stehmeditation auf einem Bein. Besonders bei den Armen und Händen gibt es verschiedene Haltungen. Tai Chi Übende stehen beispielsweise in verschiedenen Positionen aus der Tai Chi Form. In allen Positonen soll immer der Energiefluss im Körper angeregt werden..

* Kopf: Der Kopf wird in der Vorstellung am höchsten Punkt, am Scheitelpunkt Baihui, an einem Faden gehalten (alternativ kann man sich auch vorstellen, der Kopf drückt leicht gegen die Decke oder, dass der Kopf wie ein Ball auf einer Wasserfontäne getragen wird). Der ganze Körper hängt entspannt an diesem Faden, wie eine Puppe, und läßt los. Das Gehirn entspannt, als wäre es ein Muskel, der alle Spannung verliert. Es wird in den Körper gelächelt. Alle Schwere im Körper sinkt nach unten. Die Ohren hören nach hinten. Der Körper ist eine Wasserpflanze, die in einer Wasserströmung leicht hin und hertreibt. Der Körper wird absichtslos beobachtet.

* Wirbelsäule: Die Wirbelsäule hängt wie eine Perlenschnur an einem Faden. Wirbel für Wirbel löst sich und entspannt.

* Augen: Die Augen blicken fast horizontal, ganz leicht nach unten. Die Augenlider sind entspannt gesenkt, nicht geöffnet und nicht geschlossen. Das so genannte Dritte Auge zwischen den Augenbrauen löst sich und sieht in das Dantian.

* Mund: Die Zungenspitze drückt leicht gegen den oberen Zahndamm über den oberen Schneidezähnen (so wird der kleine Energiekreislauf geschlossen und es wird Speichel produziert, was gut ist die Zähne und für die Verdauung); der Zahnschmelz wird von der Zunge nicht berührt. Zähne und Lippen liegen locker aufeinander.

* Kinn: Das Kinn ist leicht angezogen. Dadurch wird der Nacken leicht gedehnt = „Leerer Nacken“.

* Schultern: Die Schultern sind gesunken und ruhen auf dem Brustkorb. Die Schultern verbinden sich fließend mit den Hüften.

* Brust: Die Brust ist entspannt und leicht nach innen gewölbt.

* Arme: Die Achselhöhlen sind geöffnet, als hätte man Eier zwischen den Achselhöhlen. Es wird ein Baum umarmt. Jede Hand hält einen kleinen Ball, mit den beiden kleinen Ball wird ein größerer Ball gehalten, der wiederum einen Ball vor dem Oberkörper festhält. Die Ellenbogen sind schwer, ein Gewicht an einem Faden zieht sie nach unten. (Da es verschiedene Armhaltungen und –höhen gibt, gibt es für Arme und Hände auch teilweise verschiedene Vorstellungsbilder.)

* Hände: Die Finger sind voll mit Wasser oder Luft, sie sind nicht angespannt und auch nicht lasch. Die Finger stehen leicht auseinnander und berühren sich nicht. Die Handballen drücken leicht einen imaginären Ball unter Wasser; oder die Daumen hängen an einem Faden am Himmel – je nach Handhaltung.

* Bauch: Der Geist ruht im Körperzentrum unter dem Nabel: im Dantian. Das Dantian ist der geistliche und körperliche Schwerpunkt. Der Bauch ist locker, als würde der Körper schlafen (Buddha Bauch).

* Gesäß: Das Gesäß ist gesenkt, als ob man sich auf einen Barhocker gesetzt hätte. Genannt wird diese Positon auch „Sitzen in der Luft“ oder „Sitzen in den Wolken“.

* Schritt: Im Schritt (Damm) spürt man eine Rundung (Fortgeschrittene heben den Punkt Huiyin mit der Vorstellungskraft leicht an). Der Dammpunkt ist über eine Energieleitung mit der Erde verbunden.

* Steißbein: Das Steißbein löst sich. Am Steißbein hängt ein imaginäres Gewicht (mit dem Steißbein verbunden ist bei den Tieren der Schwanz, der mit seinen Bewegungen die Wirbelsäule und damit die Wirbel stimuliert). Das imaginäre Gewicht am Steißbein und der imaginäre Faden am Himmel ziehen die Wirbelsäule auseinander.

* Beine: Die Beine sind weder ganz gestreckt noch stark gebeugt, also nicht wie ein abgeknickter Trinkhalm. Die Knie befinden sich über dem Fußschwerpunkt, der Sprudelnden Quelle, zwischen Ballen von großer und kleiner Zehe.

* Füße: Die Füße sind schulterbreit auseinander. Die großen Zehnen zeigen leicht nach innen. Die Füße saugen sich am Boden fest und schlagen gedanktlich metertiefe Wurzeln. Das Gewicht des Körpers wird auf den Energiepunkt „Sprudelnde Quelle“ konzentriert. In der Vorstellung stehen die Füße in zwei unterschiedlichen Ruderboten, die im Wasser schwimmen und die nicht auseinandertreiben sollen.

* Atmung: Die Atmung geht langsam und entspannt durch die Nase. Beim Einatmen und Ausatmen atmen alle Gelenke mit. Der Bauch wird mit jedem Atemzug bewegt und vom Bauch aus der ganze Körper. Der Körper ist ein Energiekanal zwischen Himmel und Erde. Bemerkete Spannungen verlassen beim Ausatmen den Körper.

 


Im Videoclip ist über zwanzig Minuten eine Tai Chi Stehmeditation zu sehen, geübt und angeleitet von Tai Chi Lehrer Daniel Grolle.

 

Die Vorteile des Tai Chi Stehens

Normalerweise frißt das Stehen Energie. Durch die Übungen der Stand-Meditation soll der Körper lernen, so optimal und entspannt zu stehen, dass er im Stehen sogar Energie sammeln kann. Die Körperstruktur und die Energievernetzung sollen aufgebaut werden. Die Innere Kraft entwickelt sich. Das Stehen hat alle Vorteile einer Meditation. Der Geist kommt ins hier und jetzt. Das Skelettsystems wird geändert durch eine Veränderung in Sehnen, Bändern, Muskeln und Knochen; was besonders in der ersten Monaten sehr hart sein kann. Zur Erweiterung der Stehmeditation gibt es viele energetische Übungen.
Beim Tai Chi Stand steht der ganze Körper natürlich. Da die meisten Menschen aber gar nicht mehr natürlich stehen können, muss dieser Stand wieder ausdauernd gelernt und geübt werden. Denn nur mit der richtigen Körperhaltung könnten Atmung und Bewegung optimal ablaufen und miteinander koordiniert werden. Dann kann das Qi (Chi) ins Dantian sinken und die Lebenskraft (Jingshen) blühen.
Der Tai Chi Stand dient dem Aufwärmen und der Einstimmung zur Tai Chi Form, wird aber auch eigenständig als Stand-Meditation geübt. Allein die Tai Chi Übung der Grundstellung kann bei regelmäßigem Üben Krankheiten vermeiden und die Gesundheit für ein höheres Alter verbessern.
Wu Chi (Wuji) ist das Nicht-Sein, das vom Sein abgelöst wird, mit seinem Wechselspiel von Yin und Yang. So wird auch die Ruhe der Taijiquan Grundhaltung dann abgelöst durch den ständigen Wechsel von Yin und Yang im Körper, sobald die Tai Chi Form beginnt.
Wenn man die Haltung äußerlich eingenommen hat, dann wird der Körper im Geiste noch einmal gescannt, von oben nach unten und von unten nach oben. Die Aufmerksamkeit registriert und verbessert die Körperstruktur. Die Muskeln sind entspannt. Alle Gelenke sind entspannt und weit geöffnet. Jede Spannung fließt in den Boden, wie Eis, das in der Sonne schmilzt und in den Boden sickert. Die Atmung ist langsam, ruhig und tief, geht vom Körperzentrum (Dantian) aus und massiert so die inneren Organe. Der Geist wird ruhig und läßt alle aufwühlenden Gedanken weiter fliegen.

 


Im Videoclip erklärt der Tai Chi Lehrer Ken Gullette (auf Englisch) einem Tai Chi Schüler wichtige Punkte bei der Tai Chi Standmeditation (Zhan Zhuang, Standing Stake)

 

Stehen als Innere Übung mit Buch / CD

 

Einfaches Stehen lernen – Buch:: Der Qigong Lehrer Peter den Dekker über das Stehen als innere Übung. Das Stille Stehen als Grundlagenübung für Qigong, Tai Chi und andere Innere Kampfkünste. Das Stehen als Übung zur Erzeugung von Energie.: Die Dynamik des Stillen Stehens: Die uralte Kunst seine Batterien wieder aufzuladen. Buch. – ansehen bei Amazon

 

Unterstützug zum Tai Chi Stehen – CD:: Die wichtigste Grundlagenübung im Tai Chi, begleitet von Tai Chi Meister Jan Silberstorff. Die Körperhaltung wird Punkt für Punkt kontrolliert und verbessert. Dann folgen Ruhe und Meditation, bis zum Schluss das Qi gesammelt und die Übung abgeschlossen wird.: Zhan Zhuang: Die Stehende Säule im Taijiquan. Audio-CD. Buch. – ansehen bei Amazon

 

 

Weiterführende Links zum Tai Chi Stand

Zhanzhuang – Stand-Meditation Grundlagen, Übungen, Links
Eine Übersicht zur Standmeditation. Was bewirkt diese Übung. Was für Vorteile bringt das Üben. Wie wird Zhanzhuang geübt.

Der Weg der „Stehende Säule“
Was wird mit der Standmeditation alles bewirkt und wie funktioniert sie? Was sind die Ebenen der Regulation? Was sind die Phasen der Durchführung?

Zhan Zhuang (Stehende Säule)
Eine Diskussion auf kampfkunst-board.info über die Tai Chi Übung Zhan Zhuang (Stehende Säule). Wie werden die Verbindungen zwischen Hüfte und Schultern, Ellenbogen und Knie, Hände und Füße hergestellt? Wie kann die Körperhaltung aus der Standmeditation in die Alltagshaltung übernommen werden?

Basic Stances – Wu Chi, Horse, Bow and Sit, Ding Bow on Heel and Toe
Eine englische Seite in der mit Bildern und Text die verschiedenen Tai Chi Standpositonen gezeigt und erklärt werden. So unterschiedlich die Fußpostionen auch sein mögen, die Tai Chi Prinzipen aus dem Tai Chi Stand bleiben immer erhalten.

 

Autor: Heiko Zaenker