Kategorie Kampfkunst Übungen

Die Innere Kraft spüren und aufbauen. Das ist das Ziel der Übung Shili.

Die inneren Kampfkünste sind bekannt für die große Kraft, die mit ihnen entwickelt werden kann. Auch kleine und wirklich nicht kräftig aussehende Menschen können ihre Gegner mühelos umstoßen und wegschleudern, wenn sie die Technik richtig beherrschen. Aber was ist diese innere Kraft? Wie kann sie geübt werden? Dafür gibt es in der inneren Kampfkunst Yiquan die Übung Shili.

 

Zhanzhuang (Standmeditation) – Die innere Kraft wird aufgebaut

 

Die innere Kraft lernen.Bevor die innere Kraft getestet werden kann, muss sie erst einmal aufgebaut werden. Das geschieht in der Übung Zhanzhuang. Dabei steht der Übende nur da. Er verharrt in einer bestimmten Position. Der Körper bewegt sich nur in der Vorstellung. So stellt sich der Übende in einer Übung vor, er würde in einem Fluß mit einer starken Strömung stehen.

So wird langsam aber sicher die innere Kraft aufgebaut. Diese innere Kraft kann aber noch nicht in Bewegung gesetzt werden.

Die Übung der Standmeditation kennen praktisch alle inneren Kampfkünste. Doch dann gehen sie verschiedene Wege.

In der inneren Kampfkunst Yiquan wird als erster Schritt nur die Übung Zhanzhuang gelernt. Darauf folgt dann als zweiter Schritt die Übung Shili.

 


Videoclip: Yi Quan Shi Li Forward and Backward
Spieldauer: 02:30 Minuten
Ton: nur Naturgeräusche
Inhalt: Das „Testen der Kraft“ mit den Armen wird sehr anschaulich demonstriert.

 

Shili (Kraft kosten) – Die innere Kraft kommt in die Bewegung

 

Die Übung Shili (Shi Li) aus der inneren Kampfkunst Yiquan wird auch genannt: die Kraft kosten, die Stärke testen, Kraftprobe.

Shili ist im Grunde Zhanzhuang in Bewegung. Bewegt werden dafür zuerst nur die Arme.

Halt! Die Arme bewegen sich nicht! Die Arme werden vom Körper bewegt, der sich selbst nur bewegt als eine Einheit. Die innere Kraft bewegt die Arme. „Die Hände sind faul, während der Körper sich anstrengt“.

Zunächst dauert es, bis die innere Kraft überhaupt einmal gespürt wird. Dafür braucht es viel Gefühl.

Zuerst wird die innere Kraft vorsichtig ertastet und dann ausgedehnt. Erst in kleinen Bewegungen, dann in jede beliebige Richtung. Dabei muss die innere Kraft in jedem Moment der Bewegung vorhanden sein. Der ganze Körper bewegt sich, sobald sich ein Teil des Körpers bewegt.

Wie beim Zhanzhuang ist auch beim Shili die Vorstellungskraft immer dabei. Es wird nicht Muskelkraft eingesetzt, sondern die Vorstellung Yi.

Bei den Shili Bewegungen ist es wichtig, in den Körper hinein zu hören. Der Übende muss spüren, was im Körper passiert, um es verstehen zu können. Die vielen Widerstände und Gegenbewegungen, die an jeder einzelnen Bewegung beteiligt sind. Dazu müssen die Bewegungen langsam sein.

In diesem Buch sind alle Übungen aus der „Geist-Kampfkunst“ zu finden: Yiquan – Der Weg zur Gesundheit (Buch + DVD): So trainieren Sie Körper und Geist. – ansehen bei Amazon

 

Shili testet die Kraft und die Ausdauer des Übenden

Viele Übende geben auf, wenn sie beim Shili nicht weiterkommen. Sie sind regelrecht verzweifelt, dass es ihnen nicht gelingt, die innere Kraft zum Leben zu erwecken.

Das ist sehr schade. Sie stehen kurz vor dem Erfolg. Was ihnen fehlt ist das Vertrauen in die Methode. Die Vorstellungskraft führt die Bewegung.

Wenn es aber gelingt, die innere Kraft zu spüren und zu führen, dann öffnet sich die Tür zu einer völlig neuen Welt der Bewegung.