Kategorie Allgemein

Newsletter Innere Kampfkünste Juli 2014 erschienen

 

Tai Chi NeuigkeitenInhaltsverzeichnis Tai Chi mit Krawatte. Qigong mit Schulter. Kampfkunst mit Eleganz. … Innere Kampfkünste Newsletter Juli 2014:

* Schlagzeilen: Was gibt es für Vorwärtsbeugen Übungen? … Tai Chi mit Krawatte. … Kampfkunst ist besser mit Eleganz statt mit Kraft. …
* Newsletter Texte des Monats: Von Lotussitz bis Kopfstand – warum ist ausgerechnet Yoga so weit verbreitet? Tai Chi Buch 2.0 – die Klassiker in einer Ebook Bibliothek. Einen Stift zu einem Sportgerät für die Finger machen.

 

* Buch Tipp: Optimales Gehen als Therapie
* Texte: Qigong, Yiquan, Tai Chi
* TV-Tipp: Der brasilianische Kampftanz / Drachenbootrennen
* Besondere Tage im August 2014: Qixi (Valentinstag in China), Hiroshima-Gedenktag, Ullambana Fest (buddhistischer Muttertag), Geisterfest in China (Zhongyuanjie, Ghost Festival), Einfach-so-Tag
* Tai Chi und Qigong Veranstaltungen bis 31. August 2014
* Newsletter Innere Kampfkünste im Netz
* Zum Schluss: Gras wachsen

Einen Stift zu einem Sportgerät für die Finger machen

Stiftdrehen als Finger Übung – Was ist das und was bringt es?

Für Finger Übungen gibt es verschiedene Methoden. Das Drehen der Qigong Kugeln beispielsweise ist eine solche Übung. Es gibt aber auch die Finger Übungen, die mit einem Stift ausgeführt werden.
Das Stiftdrehen hat wohl jeder schon einmal gemacht. Wenn im Unterricht oder auf langen Sitzungen die Langeweile aufkommt oder Spannung abgebaut werden muss. Dann spielen die Finger mit dem Stift, den man gerade zur Hand hat.

 


Videoclip: The Best of Pen Spinning World Cup 2010
Spieldauer: 04:21 Minuten
Sprache: keine, ist mit Musik unterlegt
Inhalt: Impressionen vom Können der besten Penspinner beim World Cup 2010

 

Beim Stiftdrehen oder auch Penspinning (engl. Pen = Stift; to spin = drehen) wird der Stift zum Sportgerät. Die Finger Übungen sind eine regelrechte Akrobatik mit einem Kugelschreiber oder einem anderen Stiften. Es ist ein Jonglieren mit einem Stift statt mit Bällen oder Stäben. Bei diesen Übungen wird ein Stift durch die Finger gewirbelt.
Erfunden wurde das Stiftdrehen als Sport bzw. Kunstform wahrscheinlich von Schülern. Wer einen Klassenkameraden sieht, wie der Kunststücke mit seinem Kuli macht, der möchte das auch können. So entstanden immer neue Tricks und Wettbewerbe.
Das Schöne beim Stiftdrehen ist, dass es nicht nur Spaß macht und die Langeweile vertreibt. Es trainiert ganz nebenbei die Finger und (fast) jeder kann es lernen – und es kann bei vielen Gelegenheiten praktiziert werden. So flexibel, wie die Hände werden, so flexibel können diese Finger Übungen praktiziert werden, was Ort und Zeit anbetrifft.

 

Die Vorteile der Finger Übungen durch das Stiftedrehen sind zahlreich:

* die Hände werden ruhiger

* die Hände werden geschickter, sie entwickeln eine größere Feinmotorik und ein besseres Fingerspitzengefühl

* der Übende lernt, die Finger unabhängig voneinander zu bewegen

* die Hände werden sensibel während gleichzeitig die Handkraft größer wird

* die Reaktionsfähigkeit wird verbessert und das (Micro-)Zeitgefühl ändert sich

* die Kreativität wird gefördert durch das Zusammenspiel von linker und rechter Gehirnhälfte

* Mann oder Frau kann mit seinen oder ihren Fähigkeiten überall Eindruck schinden und schnell mit anderen Menschen in Kontakt kommen

Das Stiftedrehen ist ein hervorragendes Training für Masseure, Musiker, Chirurgen und alle anderen, die ruhige, kräftige, flexible und feinfühlige Hände haben möchten.

 

Finger Training mit einem Stift – Wie kann man es lernen?

 

Zu den Finger Übungen beim Stiftdrehen gehören Vorübungen, die Anfänger schon überfordern. Aber auch Übungen wie das gezielte Entspannen der Hand, damit die Finger locker und geschmeidig sind.
Dann werden die Basistechniken gelernt: ThumbAround normal, Fingerpass normal, Sonic normal, Charge normal. Daraus werden dann die größeren Tricks entwickelt und die einzelnen Tricks in einer Combo (Kombination) miteinander verbunden. Wenn man dann gut ist, kann man auch eigene Tricks erfinden. Die wichtigste Übung für den Anfänger aber ist es, den Stift immer wieder aufzuheben, der beim Üben ständig herunterfällt.

 


Videoclip: Pen Spinning Tutorial Teil 1
Spieldauer: 14:57 Minuten
Sprache: Deutsch
Inhalt: Eine ausführliche Demonstration mit guten Erklärungen für den Einstieg in die Stifte-Drehen-Welt für Anfänger (und Rechtshänder).
Hier geht es dann weiter: Pen Spinning Tutorial Teil 2 – auf Youtube

 

Nicht alle Stifte sind für das Stiftdrehen geeignet. Für verschiedene Tricks und Kombinationen haben Fortgeschrittene verschiedene Stifte. Auch hat jeder Stiftedreher besondere Vorlieben. Anfänger beginnen oft gar nicht mit einem Stift, sondern einem geeigneten Stab. Eine Rolle spielen die Länge, das Gewicht, dass der Stift ausbalanciert ist, die Beschaffenheit der Oberfläche, ob an den Enden Grips (Gummigriffe) aufgesteckt werden, dass der Stift rund ist und nicht eckig. Fortgeschrittene kombinieren einen Stift aus den Teilen anderer Stifte.

Wer die Kunst, einen Stift zu drehen, lernen möchte und weitere Informationen dazu sucht, der findet in der German P e n s p i n n i n g CommunityTutorials für Anfänger und Fortgeschrittene, Anleitungen, ein Forum mit Gleichgesinnten und mehr.

 

Ein Stift zum Jonglieren speziell für Anfänger: Wer Lust hat, der kann sich seinen Stift zum Stiftdrehen selber bauen. Natürlich kann ein Stiftdrehen/ Penspinning-Stift auch in einem Laden gekauft werden. Oder eben im Internet.: Spinning Pen Zero – ansehen bei Amazon

 

Mit Skizzen jonglieren – Buch: Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Mit einer Zeichnung können Gedanken auf den Punkt gebracht werden. Dafür braucht es keine PowerPoint Präsentation, es braucht dafür nur einen schnellen Stift. Diese Technik kann jeder lernen.: UZMO – Denken mit dem Stift: Visuell präsentieren, dokumentieren und erkunden. Buch. – ansehen bei Amazon

 

Autor: Heiko Zaenker

 

 

Von Lotussitz bis Kopfstand – warum ist ausgerechnet Yoga so weit verbreitet?

Gesundheitsübungen aus Asien verbreiten sich um die Welt. Die populärsten Gesundheitsübungen sind mit weitem Abstand die Übungen aus dem Yoga. Warum ist dies so? Was hat Yoga an sich, dass es sich so ausgebreitet hat, sich immer noch weiter verbreitet und anscheinend alle anderen Übungen hinter sich läßt? Warum müssen Lehrer für andere Gesundheitsübungen um Schüler kämpfen und die Yogaklassen sind voll? Es gibt schließlich keinen Konzern, der die Rechte an den Yoga Übungen besitzt und aggressiv verbreitet. Warum sprechen besonders die Yoga Übungen so viele Menschen an? Es sind meiner Meinung nach eine Reihe von Gründen, die zusammen eine Sogwirkung entwickeln, die Yoga immer populärer macht.

 

* Yoga ist eine Erfindung Westens

Was ist Yoga eigentlich? Das sind uralte spirituelle Übungen aus Indien, die auch der Gesundheit zugute kommen. So jedenfalls die allgemeine Ansicht. Es wird aber auch die Meinung vertreten, dass die Yogaübungen zwar in Indien entwickelt wurden, aber nicht von einsamen Fakiren, sondern vom Christlichen Verein junger Männer (YMCA). Das Turnen ohne Turngeräte wurde im Westen gerade populär und der YMCA verbreitete es auch in Indien, indem er bekannte Yoga Posen um viele neue Bewegungen erweiterte. Diese Übungen wurden mit etwas Spiritualität versehen und dann in den USA von den immer geschäftstüchtigen Amerikanern in ihren Workshops verkauft.
Wer sich mehr für das Thema „Yoga ist eine Erfindung des Westens“ interessiert, dem empfehle ich den Spiegel-Artikel „Erlösung ohne Erlöser“ (Spiegel 31/2013, Seite 96) und das Buch von Mark Singleton „Yoga Body: The Origins of Modern Posture Practice“.
Ob diese Theorie stimmt, kann ich nicht beurteilen. Aber die Übungen im Yoga sind schon in einer Art systematisch geordnet, dass sie dem Denken der Menschen im Westen entsprechen. Wie in einem Katalog gibt es drei große Kategorien (Körperübungen, Atemübungen, Meditationsübungen), die wieder unterteilt sind in Unterkategorien.

 

* Die Übungen im Yoga sind wie Bausteine in einem Baukasten

Das Praktische am Yoga ist, dass die Übungen in jeder beliebigen Reihenfolge trainiert werden können. Vorgegebene, ineinander greifende Choreographien wie beim Qigong oder Tai Chi gibt es nicht. Jeder Yogalehrer kann sich seine eigene Übungsfolge zusammenstellen und jeder Schüler auch.
Chinesische Kampfkünste und Gesundheitsübungen dagegen zeichnen sich darin aus, dass sie in viele Stile und Unterstile unterteilt sind, die sich immer auf eine Tradition berufen. So eine traditionelle Kampfkunst-Choreographie zu lernen braucht seine Zeit, das dauert Jahre und Jahrzehnte.
Beim Yoga ist dies anders. Jedenfalls so, wie es heute praktiziert wird. Das ist praktisch für die Schüler und paßt in die heutige Zeit, in der ein Fitnesstrend den anderen jagt. Yoga paßt immer in die Zeit.

 

* „Yoga“ ist ein Markenname, den jeder verwenden kann

Das Wort „Yoga“ ist eine positiv besetzte Marke, die praktisch jeder kennt. Um ein Yogaprodukt anzubieten, braucht man niemanden zu fragen. Yoga ist nicht geschützt. Und Yoga kann man mit so vielem verbinden; es sind nicht einfach nur Übungen, es ist ein Lebensgefühl. Angebote verkaufen sich besser, wenn sie mit dem Begriff „Yoga“ versehen sind. Darum geschieht das oft und auch so wird die Popularität von Yoga weiter erhöht.

 

* Immer neue Yogastile schießen wie Pilze aus dem Boden

Beim Tai Chi ist es beispielsweise vielen Übenden wichtig, den „wahren, ursprünglichen Stil“ zu praktizieren. Das scheint es beim Yoga so nicht zu geben. Im Gegenteil. Man kommt gut an, wenn man einen eigenen, modernen Yoga Stil entwickelt. In den USA sind selbst entwickelte Yogaübungen sogar schon als Patent angemeldet worden. Ja, man kann sich einen Yogastil für eine bestimmte Zielgruppe zurechtzimmern. Yogaübungen sollen helfen beim Straffen von Bauch, Beine und Po. Es gibt Yogaseminare für Führungskräfte, Manager und Selbstständige. Yoga für Kinder ist ein großer Trend. Es gibt Yogakurse für Reiter und für Skifahrer. Es gibt Yogakurse für Hunde. Es werden Yogaübungen gelehrt, mit denen Botox überflüssig werden soll. Kosmetik soll überflüssig werden durch die Anregung der körpereigenen Biochemie. Das paßt hervorragend in den andauernden Trend zur Selbstoptimierung.
Oder Yoga wird mit anderen Übungen zu einem neuen Übungssystem kombiniert; dieses neue Übungssystem bekommt dann einen Phantasienamen, der als Marke eingetragen wird. So entstehen neue Kurse in denen Yoga verbunden wird mit Pilates, Ballett oder sonstigem. Man kann zu blieben Übungen etwas Yoga dazu tun, so wie man an ein Gericht noch etwas Salz dazu tut. Yoga ist eine universale Zutat.

 

* Prominente und Yoga

Viele Prominente haben Yoga für sich entdeckt, auch um ihr Image zu verbessern oder um Geld zu verdienen. Sie bringen Bücher und DVDs heraus, in denen sie ihre Yogaübungen zeigen, oder sie tun dies in Videoclips im Internet. Oder sie lassen sich selbst zur Yogalehrerin ausbilden. (Es sind meistens Frauen.) Das scheint gut zu funktionieren. Zeitschriften bringen gerne Artikel mit Yogaübungen. Das interessiert die Leser(innen) und wenn die Übungen noch von Prominenten demonstriert werden, umso besser. Das hilft beim Verkauf der Zeitschrift und es hilft dem Image der Prominenten.

* Sonstiges

– Zum Thema gesunde Ernährung hat sich eine eigene kleine Industrie gebildet, in der sich auch die Yogaernährung einen Platz erobert hat.

– Es hat sich eine spezielle Yogamode entwickelt.

– Es gibt nicht nur Reiseveranstalter, die Yogareisen anbieten, es gibt Reiseveranstalter, die sich auf Yogareisen spezialisiert haben.

 

Autor: Heiko Zaenker